Offener Brief: Zeit für Fair Play bei der Hunde-Bahnreise!
Deutschlandticket: Ein Ticket für alle?
An das Ministerium für Infrastruktur und Digitales
Lassen Sie uns die Vorbemerkung überspringen. Deutschlands Rosinenpickerei, wenn es darum geht, Hundebesitzern beim Zugfahren das Geld aus der Tasche zu ziehen, ist unverständlich. Wenn das Deutschland-Ticket dazu gedacht war, klima-freundlichen öffentlichen Nahverkehr für alle zu fördern, dann ist das übermäßige Abzocken von Haustierbesitzern eine Meisterklasse im Abbau von Gerechtigkeit. Die Immobilienpreise, die ein Hund für einen Platz auf dem Boden zahlen muss, stinken nach Opportunismus und nicht nach Logik.
Lassen Sie uns den CanineCommute-Wahnsinn entpacken:
Das Deutschland-Ticket – das als der große Gleichmacher des öffentlichen Verkehrs gefeiert wird – bleibt ein exklusiver Club. Menschen können für 58 € im Monat endlos durch das Land reisen, aber eine einzelne Fahrt für einen Hund kann einem mit einem erheblich höheren Fahrpreis ein Loch in die Tasche reißen. Vielleicht sollten Sie diese Hundetickets in „ruff deals“ umbenennen!
Schauen wir uns mal die Preisstruktur an: ein Meisterwerk der Inkonsistenz im ganzen Netzwerk. Oft ist es günstiger, einen Hund im ICE mitzunehmen als in einem Regionalzug. Warum? Sind die Regionalzug-Wagen mit Hundegold überzogen? Eine einfache Hin- und Rückfahrt für einen Hund in einem Regionalzug kann 60 € kosten – mehr als eine Tankfüllung für manche Autos. Füge einen zweiten Hund hinzu, und plötzlich bewegst du dich preislich im Bereich eines Wochenend-Mietwagens – mit dem zusätzlichen Vorteil von ordentlichem Stauraum, einer Klimaanlage, die tatsächlich funktioniert, und der Chance auf einen Kaffee, der nicht nach Verzweiflung riecht. Und dennoch – die bequeme Option ist der Zug, sagen Sie?
Deutschlands Tierschutzgesetze:
Das Tierschutzgesetz fordert die humane Behandlung von Tieren, aber der deutsche ÖPNV behandelt Hunde als unangenehme Objekte – Platzräuber und Schmutzquellen.
Und diese angeblichen Rechtfertigungen...
Wie viel Platz braucht ein Hund?
Klar, Hunde nehmen Platz ein. Aber lassen Sie uns die Zahlen durchrechnen:
Ein Koffer: 0,12 m³.
Ein Kinderwagen: 0,24 m³.
Ein Fahrrad: 1,188 m³.
Ein mittelgroßer Hund: bescheidene 0,084 m³ – weniger als halb so viel wie ein Koffer, ein Drittel eines Kinderwagens und nur 7% eines Fahrrads.
Fahrräder bekommen ganze, dedizierte Wagen und Sicherheitsgurte. Kinder, mit etwa 0,12 m³ pro Kind, fahren kostenlos, komplett mit eigenen Abteilen, freien Sitzplätzen und Unterhaltung an Bord. Hunde zahlen den vollen Preis für null Infrastruktur, keine zugewiesenen Bereiche und sind ständig der Willkür anderer Passagiere ausgesetzt. Der 'Pfotenservice' ist derzeit bestenfalls ein gut platzierter Tritt von jemandem im Gang.
Wie viel Schmutz verursachen Hunde?
Haben Sie schon mal Menschenpassagiere getroffen? Der Zustand der Zugtoiletten allein würde einen Hund erröten lassen. Viele Regionalzüge sind ein Jackpot aus betrunkenen Unfällen, Fastfood-Verpackungen, überfüllten Mülleimern und gelegentlichen Erbrochenem. Wenn überhaupt, sollten Hunde Deutsche Bahn für das Aushalten dieser Anblicke und Gerüche etwas berechnen.
Die europäische Perspektive:
Deutschlands Nachbarn haben das inzwischen verstanden. Österreich verlangt 10% des Standardtarifs für Hunde, ab nur 2 €. Belgien – 3 €. Frankreich – 7 €. Italien, Polen, Tschechien: unter 5 €. Großbritannien – kostenlos. Deutschland jedoch scheint entschlossen, Hunde so zu behandeln, als ob sie Louis-Vuitton-Kissen, Champagner-Service und einen Fensterplatz verlangen würden.
Der einzige Ort mit teureren Hundereisen ist die Schweiz, die zumindest den Anstand hat, Züge pünktlich fahren zu lassen.
Das größere Bild:
Mit 21% der deutschen Haushalte, die Hunde besitzen, entfremdet diese Politik Millionen potenzieller Deutschland-Ticket-Nutzer. Selbst wenn nur ein Bruchteil von ihnen monatlich 5 € mehr zahlen würde, könnte die Deutsche Bahn 50 Millionen €* einnehmen. Genug, um einen richtigen Pfotenservice zu finanzieren, wie ein eigenes, hundefreundliches Abteil und vielleicht sogar ein Leckerli oder zwei.
Stattdessen sind wir inkonsistenten, intransparenten und erpresserischen Gebühren ausgesetzt, ohne Komfort und ohne Infrastruktur. Wenn Hunde sich in einer Tierrechtebewegung organisieren würden, wäre die Deutsche Bahn in Schwierigkeiten.
Die Botschaft ist klar:
Bei der Deutschen Bahn haben Fahrräder mehr Wert als Hunde. Genauso wie Gepäck, das seinen eigenen Platz hat, um Verletzungen zu vermeiden.
Um es ganz deutlich zu sagen: Haustierbesitzer in dieser Weise zu bestrafen ist diskriminierend, ausbeuterisch und letztlich taub gegenüber den unterschiedlichen Bedürfnissen der Reisenden. Es untergräbt gerechte Bemühungen und die Attraktivität nachhaltigen Reisens.
Wenn das Ministerium wirklich an Inklusivität und Klimazielen interessiert ist, ist die Antwort klar: Hören Sie auf, Haustierbesitzer auszubeuten und richten Sie die Hundereisepreise an den Zielen von Barrierefreiheit und Fairness aus. Es ist unglaublich einfach, das zu beheben. Vereinfachen Sie die Preisgestaltung und senken Sie die Kosten, denn im Moment gibt es absolut keinen Pfotenservice, über den man bellen sollte.
Mit freundlichen Grüßen,
Deutsche Barkbahn